Vor der Arbeit schnell noch eine Pille einwerfen
Der Gesundheitsreport 2015 der DAK dokumentiert, dass der Leistungsdruck für viele Arbeitnehmer und kleine Selbstständige immer weiter zunimmt. Hinzu kommt oft die Doppelbelastung durch Weiterbildung, Kindererziehung und Familie. Ritalin zur besseren Konzentration, Betablocker gegen Nervosität, Antidepressiva zur Stimmungsaufhellung, Amphetamine um wach zu bleiben und immer mehr auch Kokain zur Stressbewältigung.
Häufig ist die hemmungslose Ausbeutung vor allem jüngerer Arbeitnehmer der Hauptgrund für den Leistungsdruck. Vor allem in der Projektarbeit mit häufig überlangen Arbeitszeiten von 18 Stunden und die Unsicherheit, im Anschluss Projekt weiter beschäftigt zu werden kommt es vermehrt zu Doping, d.h. zum Einsatz von Suchtmitteln. Betriebsklima, autoritärer Führungsstile und ineffiziente Organisationsstrukturen legen diesen Entwicklungen zu Grunde. Es reicht nicht aus, gesundheitsförderliche Maßnahmen wie beispielsweise Entspannungstechniken, Yoga oder Tai Chi zu propagieren. Doping am Arbeitsplatz ist nicht in 1. Linie ein individuelles Problem, sondern ein systemisches. Nur in einer menschengerechten Arbeitswelt sind die Pillen nicht nötig.
Der vollständige Gesundheitsreport:
http://www.dak.de/dak/bundesweite_themen/Gesundheitsreport_2015-1585966.html