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Arbeit in der Digitalisierten Welt – Weg vom Leitbild zur Erprobung

Obwohl er schon seit über einem Jahr publiziert ist, wird der 8. Zwischenbericht der Enquete Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ (Bundestagsdrucksache 17/12505 dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/125/1712505.pdf ) viel zu wenig in die Überlegungen der Forschung einbezogen. Dort wird auf ca. 30 Seiten das Problem von Beschäftigung und Arbeit in der Digitalen Welt behandelt. Dort findet man dann auch die Leitlinien für Gute Arbeit, die mit dem Satz eingeleitet werden: „Gute Arbeit“ ist eine Zielformel, die in ihrer doppelten Bedeutung sowohl aus der Sicht von Unternehmen wie auch aus der Perspektive von Arbeit- und Auftragnehmern Leitbildcharakter hat.“ (S. 76).

Schröder hat in einer Broschüre von Ver.di diese Leitlinien noch einmal heruntergebrochen (Broschüre steht unter http://innovation-gute-arbeit.verdi.de/themen/digitale-arbeit/++co++21574b2a-2453-11e4-8998-525400a933ef zum Download zur Verfügung; die ursprüngliche Quelle ist Gute Arbeit, Heft 1, 2014, S. 17-20) und Eckpunkte aufgeführt, die er in die Enquete-Kommission eingebracht hat. Damit steht eigentlich ein Leitbild zur Gestaltung Guter Arbeit in der Digitalisierten Welt in einer sicher ausreichenden Konkretisierung zur Verfügung. „Sicher ausreichend“ bedeutet, dass basierend auf diesem Leitbild experimentartige Schritte der Gestaltung der Arbeit in der digitalisierten Welt unternommen werden können.

Basierend darauf sollten Ergebnisse zur Verfügung stehen, die in unterschiedlicher Form in Organisationen umgesetzt werden können. Sei es durch die Unternehmen mit ihren Akteuren unmittelbar, sei es durch Unternehmensberater, sei es durch Standardisierung, sei es durch die Ausbildung zukünftiger Führungskräfte. Auch hier gibt der o.a. Zwischenbericht einige Hinweise, in dem er „die Motivation und Fähigkeit der beteiligten Akteure, Anwendungsperspektiven frühzeitig zu erkennen“ einfordert, aber auch von den Forschungs- und Entwicklungsvorhaben fordert, die Anwendungsperspektive von Beginn an zu berücksichtigen und relevante Akteure sowie potenzielle Nutzerinnen und Nutzer einzubeziehen (S.39/ 40).

 

Gerhard Ernst

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