Nach 30 Jahren Forschung ist das Thema der Dienstleistungen und insbesondere der Personenbezogenen Dienstleistungen noch immer nicht im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Als „Reproduktionsfaktor“ wird es inzwischen anerkannt, zum Teil auch als Bildungs- und Verkaufsfaktor, aber als Innovationstreiber kaum. Wertschöpfung geschieht im Bewusstsein der Öffentlichkeit noch immer nur im Verarbeitenden Gewerbe. Dass ein Handelskonzern wie die Schwarzgruppe ca. 600 Tsd. Beschäftigte hat, ist einfach nicht im Bewusstsein. Die mangelnde Aufmerksamkeit hängt auch mit der schwierigen Präsentation der Dienstleistungen, insbesondere der Interaktionsarbeit, zusammen. Die DASA Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund informiert die Öffentlichkeit über die Bedeutung menschengerechter Gestaltung der Arbeit. Im September 2024 hat die DASA ein neues Ausstellungskonzept vorgestellt, das die unsichtbaren Herausforderungen der Interaktionsarbeit erfahrbar machen soll.
Auch in der Forschung sind Dienstleistungen weiterhin unterrepräsentiert. Für die BMFTR-Forschungsförderung zur Wertschöpfung in der Produktion stehen im Haushaltsjahr 2026 ca. 47 Mio. € zur Verfügung, für den Dienstleistungssektor, der über 70% der Wertschöpfung erbringt, nur 27 Mio. €. Mit dem eigenen Schwerpunkt „Forschung zur Interaktionsarbeit“ hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) unabhängig von der Forschungsförderung die Möglichkeit geschaffen, diesen Bereich weiterzuentwickeln. Einen Teil der Weiterentwicklung stellt die 2. Tagung „Interaktionsarbeit“ im November 2025 dar.
In der Tagung und der damit verbundenen Präsentation der DASA bestand für Mitglieder des HGAL e.V. eine sehr gute Möglichkeit, sich über die Entwicklung der DASA und den Stand der Forschung zur Interaktionsarbeit zu informieren. Das Memo in der Anlage stellt einige Eicrücke aus dem Besuch dar..